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14.10.2008

Chesterfield Riff 2008

Abgelegt unter: 035 Chesterfield Riff 2008, Uncategorized — admin @ 19:46



Im Chesterfield Riff



Nach zwei windigen Tagen, immer wieder hat uns eine Squall erwischt, segeln wir durch den oestlichen Pass 
zum suedlichsten Ankerplatz.  Der Anker faellt in 2m tiefem, glasklarem Wasser, unter uns weisser Sand, es sieht aus wie im Swimmingpool. 




1-angekommen-in-chesterfield-riff.JPG

Vor uns liegt eine kleine Sandinseln, die nur mit einigen niedrigen Bueschen bewachsen ist. 
Unzaehlige Seevoegel kreisen ueber die Insel und als wir am naechsten an Land gehen, sind wir mitten unter ihnen.
Ueberall nisten Toelpel, mal mit roten, mal mit blauen Fuessen, Seeschwalben haben es sich in den wackligen 
Bueschen  bequem gemacht und am strahlend blauen Himmel kreisen die Fregattvoegel.
Wir scheinen niemanden zu stoeren, die Voegel bleiben auf ihren Nestern sitzten, 
gucken uns hoechstens mal neugierig hinterher. 




2-ungestoerte-welt-der-toelpel.JPG

In den sechs Wochen die wir hier verbringen werden, sehen wir die Kuecken aus den Eiern schluepfen, 
beobachten wie der erste Flaum waechst  und wie sie taeglich groesser werden. Am Ende sind es dann schon 
etwas muerrische Jugendliche, groesser als die Eltern, mit dickem, flauschigen Gefieder. Wir muessen immer
 an Pinguine im Eisbaerenpelz denken. Jeden Tag umrunden wir unsere Insel und immer wieder gibt es etwas 
Neues zu entdecken, die Flut eine eine neue, schoene Muschel angespuelt, die Schwarzspitzenriffhaie im 
kleinen Riffbecken scheinen tragend zu sein, ein Stueck von der Sandbank ist abgetragen worden, ein neues 
Nest wurde gebaut. Und das alles auf 200qm. 




3-schnorcheln-wird-zur-sucht.JPG

Dafuer ist rings um die Insel herum umso mehr Platz fuer Endeckungen. Schon bei unserem ersten 
Schorchelgang sind wir restlos begeistert. So viele schoene und vorallem intakte Korallen haben wir schon 
lange nicht mehr gesehen. Vorallem die Weichkorallen begeistern uns. In verschieden Farben und Formen, 
wiegen sie sich in der Stroemung. Schildkroeten schwimmen vorbei, ein Weissspitzenriffhai, 
akzeptiert uns schon beim 2.mal als Besucher. Riesige Fledermausfische grasen immer an der gleichen Stelle.




4-die-farben-der-lagune-wechseln-im-sekundentakt.JPG

 Jede Koralle hat ihre Bewohner und im Laufe der Zeit, wissen wir genau, wo es wen zu beobachten gibt. 
Wir nennen das Riff unseren Schnorchelgarten, den wir mindestens jeden zweiten Tag inspizieren. 
Die ersten  Wochen vergehen wie im Fluge, wir erkunden die umliegenden Inseln mit dem Dinghi, 
segeln zweimal, als der Wind oestlicher dreht auf den Ostankerplatz und wandern auf den dort etwas groesseren 
Sandhuegeln umher. Aber eigentlich fuehlen wir uns im Sueden am wohlsten, irgendwie zuhause. 




5-traum-aller-segler.JPG


Nur wird langsam das Essen knapp, denn eigentlich hatten wir nur 14 Tage fuer Chesterfield eingeplant, 
aber zum einem gefaellt es zu gut und zum andern ist nun ueberhaupt kein Wind. So eine lang andauernde Flaute 
haben wir im ganzen Suedpazifik noch nicht erlebt, kein Woelkchen am Himmel und nachts scheint der Mond so 
tief in die spiegelglatte Lagune, das wir die Fische unterm Boot erkennen koennen.  




6-aber-wir-nehmen-immer-nur-den-groessten-und-keine-weibchen.JPG


Egal wir werden schon nicht verhungern, zumal es am Aussenriff unzaehlige Langusten gibt. 
Bei Niedrigwasser fahren wir aufs  Riff und Norbert wandert im knietiefen Wasser von Stein zu Stein, 
steckt den Kopf drunter und es wimmelt
 nur so von Fuehlern. Da wir die Langusten nicht mit der Harpune schiessen, sondern sie per Hand, natuerlich 
durch Handschuhe geschuetzt, rausholen, dauert es etwas laenger. Aber nur so koennen wir sicher sein kein 
Weibchen und keine junge Languste zu erwischen. Wir holen nur jeweils die groesste, maennliche Languste 
aus dem Nest, wenn wir zwei haben wollen, gehts weiter zum naechsten Stein. Nur so kann der Bestand erhalten 
bleiben und darum finden wir auch im folgendem Jahr noch unter jedem Stein eine intakte Familie. 
Da wir die Langusten lebend fangen, bleiben sie natuerlich auch frisch und schmecken dann zum 
abendlichen Grillen am Strand umso besser. 




7-barbecue-am-ende-der-welt.JPG


Bei Fischen ist Norbert nicht ganz so erfolgreich, 
als er eines Abends dann aber doch etwas angelt und den Fisch im Netz hinters Boot haengt, 
weil wir jetzt grade Essen wollen, muessen wir feststellen, das die Haie auch hier raeuberisch sind.
Es gibt einen lauten Klatscher, ein Getuemmel an der Badeplattform und eh wir uns versehen ist ein Loch
im Netz und unser Fisch ist weg!!!

 


8-lobster-gegrillt.JPG

Herrliche Tage, Wochen verbringen wir auf unserer Robinsoninsel, wir sind meist allein, manchmal kommt 
eine Yacht, ankert wie gehabt zwei Tage, sponsort uns ihre ueberzaehligen Lebensmittel, 
die sie sowieso nicht nach Australien einfuehren duerfen und wir haben ein bisschen Gesellschaft. 
Aber meist sind nur wir, die Voegel und Meeresbewohner anwesend, trotzdem fuehlen wir uns nie einsam 
und geniessen die Zeit. 




9-besuch-hat-platz-genug-zum-ankern.JPG

Mittlerweile haben wir schon Mitte November, die Cyclonsaison hat angefangen, das Bier ist alle!!!!! und immer noch kein Wind in Sicht. Wir haben definitv nicht genug Benzin an Bord um bis Australien zu motoren .

Langsam machen wir uns doch ein bisschen Sorgen, ob wir hier nochmal weg kommen.

 

10-bunte-farben-gleich-intakte-korallen.JPG

Das Bierproblem entschaerft sich, als Britt und Bernd mit der “Second Life” einlaufen und zum gemeinsamen Langustenessen mit ihren letzten 8 kuehlen Blonden an Bord kommen. Die beiden habens auch nicht eilig und so verbringen wir die letzten Tage gemeinsam. Norbert macht mit Berd einen Dinghiausflug zu den Inseln am Westpass, haette er mal doch lieber unser Dinghi, bzw. unseren Motor genommen. Schon auf dem Hinweg stottert der Motor, aber nach 7sm haben sie die Insel erreicht. Aber als es zurueck gehen soll, geht garnix mehr. Der Motor springt nicht an und natuerlich kein Werkzeug dabei, die beiden machen sich zu Fuss auf den Weg. Von Sandinsel zu Sandinsel ziehen sie das Dinghi uebers Aussenriff, teilweise im brusthohem Wasser.

 

11-schildkroete-bei-der-eiablage.JPG

 

Die Stroemung ist zwischen den Inselchen sehr stark und setzt aufs offene Meer. Nach einer Stunde entscheidet Norbert das sie es so nie zurueck schaffen und er nimmt sich nochmal den Motor zur Brust. Mit Hilfe seines Tauchermessers und einem Stueck Blei, geling es Norbert die Zuendkerzen raus zu schrauben. Auf dem Sandhaufen findet sich ein Stueckchen Treibholz und trockene Pflanzen, sodass er die Kerzen reinigen kann. Und siehe da, der Motor laueft, Bernd kommt aus dem Staunen nicht meht heraus. Meint aber spaeter, sie haetten es auch zu Fuss geschafft. Norbert fragt sich nur wann.

 

12-schoen-sich-wieder-einmal-unterhalten-zu-koennen.JPG

Nach fast genau 6 Wochen kriegen wir unseren Tritt in den Hintern, der Wetterbericht kuendigt ein Tief aud Norden 
komment an und das heisst fuer uns, wir muessen los, denn bei Nordwinden gibt es in Chesterfield keinen Schutz. 
Schweren Herzen verabschieden wir uns von all unseren gefiederten Freunden, winken den Riffhaien ein letztesmal 
zu und versprechen uns selber noch einmal in dieses wunderschoene Riff zu kommen.

13-weichkorallen.jpg   14-farben-die-es-nur-hier-gibt.JPG
15-junger-fregattvogel-und-toelpel.JPG  16-seeschwalben.JPG
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