Abgetaucht im Pazifik
Das sind wir in den letzten zwei Jahren zwar nicht woertlich, aber auf unserer Homepage sieht es so aus.
Bevor ich jetzt ellenlange Entschuldigungen anbringe, wir waren einfach faul und zu sehr damit beschäftigt ins südpazifische Inselleben abzutauchen.
Aber wir wollen versuchen alles nachzuholen und euch im Nachhinein an unseren Erlebnissen teilhaben zu lassen. Vorab nur kurz, wir sind seit Anfang Dezember 2008 in Australien, Bundaberg.
Mein 3 monatiger Aufenthalt in Deutschland liegt nun auch schon wieder lange zurück, am Boot ist viel getan und wir sitzen in den Startlöchern. Wir wollen diese Segelsaison in Neu Kaledonien verbringen, noch einmal Südseeleben geniessen. Im Dezember 2009 werde ich versuchen die letzte Hürde zu meiner Registrierung als Krankenschwester in Australien, den Englischtest, zu überwinden. Bisher hat mich der ganze Papierkram schon jede Menge Nerven und Zeit gekostet, aber jetzt will ich nicht mehr aufgeben. So nun aber zu den Geschichten, wir wollen uns die Arbeit ein bisschen teilen und Norbert will auch ein paar Abenteuer aufschreiben. Und natürlich die Bilder zusammenstellen, den Unbegreiflichkeiten des Computers bin ich nicht gewachsen.
Gambier Inseln Mai 2007
Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie glücklich wir waren nach 30 Tagen auf See, die hohen Berge der Gambierinseln zu sehen. In den ersten Tagen saugen wir das leuchtende Grün unserer Ankerplatzkulisse in Rikitea, Mangareva Island förmlich auf.
Um das Nachwachsen unserer Landbeine zu beschleunigen, besteigen wir sogar den hoechsten Gipfel der Insel. Gemeinsam mit Herwig von der “Monja”, als Oesterreicher schon von Haus aus fuer Berge zu begeistern, wagen wir den Aufstieg und werden mit einem wunderschoenen Blick auf unsere Ankerplatz belohnt.
Aber schon nach einigen Tagen zieht es uns schon wieder dichter ans Aussenriff, also dichter ans Meer. Schon komisch diese Segler!
Wir segeln die 10 sm zum Motu am Riff im Zickzack, immer wieder liegen Korallenkoepfe und Bojen der Perlfischer im Weg, aber das Wetter ist gut und mit ein bisschen Ausschau halten, kommen wir gut durch. Die Tage am Aussenriff wecken unsere Sehnsucht nach den Tuamotus, denn so hatten wir uns die polynesischen Inseln eher vorgestellt. Flache Sandflecken in einer Lagune, rundherum geschuetzt vom Ringriff. Wir geniessen diese Tage sehr, schnorcheln, fischen, jedes Motu in der Umgebung wird von uns erkundet.
Norbert geht mit Herwig zusammen tauchen und sieht das erstemal in seinem Leben einen Grauhai, der nicht sehr angetan ist von den unbekannten Besuchern. Er buckelt und Norbert tritt den Rueckzug an und versteckt sich hinter einer Koralle. Im nachhinein kommt ihm das selbst aber etwas fragwuerdig vor, Herwig laesst sich nicht vescheuchen, er schwimmt einfach weiter. Nach einer Woche muessen wir den Rueckzug antreten, denn ein Tief ist im Anzug. Wieder im Zickzack nach Rikitea, wo wir die stuermischen Tage abwarten, bevor wir in die Tuamotus aufbrechen. Wir besuchen Fritze, den TO Stuetzpunktleiter der Gambierinseln. Fritz kommt aus Magdeburg, lebt seit 30 Jahren in Polynesien. Er kam als Fremdenlegionaer nach Tahiti und hat dort seine polynesischen Frau kennengelernt und sich nach seiner Pensionierung(mit 33 Jahren!!!) in Gambier niedergelassen. Seine Toechter leben im Haus nebenan und Fritz kuemmert sich um alle Segler die ihn besuchen. Seine Waschmaschine, Haus und Herd stehen jedem zur Verfuegung, oft genug auch der Inhalt seiner Tiefkuehltruhe. Wir veranstalten oft ein Essen mit anderen Segler bei Fritz, duerfen seinen Limettenbaum und die Pomelobaeume seiner Familie pluendern und er faehrt uns in die Berge, wo ein Polynesier Weisskohl zieht und zu annehmbaren Preisen verkauft. Denn man kann das Gemuese, welches aus Tahiti angeliefert wirklich nicht bezahlen. 10 Euro fuer 2 Tomaten, 5 Euro fuer 1kg Weisskohl. Nur Kartoffeln und Zwiebeln leisten wir uns im Inselshop bevor wir aufbrechen.