Gesellschaftsinseln
Gesellschaftsinseln- Tahiti, Mooroa, Huhaine, Tahaa, Bora Bora Juli/August 2007
Kaum ist unsere Anker in Papeete/Tahiti gefallen, die Aussicht auf Mooroa ist wirklich unglaublich, sind wir auch schon im Supermarkt. Was alles kostet ist uns im Augenblick egal, wir investieren 50 Euro in unser Abendessen, zudem wir den Hauptteil selbst gefangen haben. Einen 10kg schweren Thuna. Aber wir brauchen Salat dazu!!!! Und Kaese und ein knuspriges Baguette und fuers Fruehstueck gleich noch Leberpastete. Vielleicht muessten wir doch 2 mal jaehrlich nach Tahiti zum Einkaufen fahren, wenn wir uns auf Tahanea niedergelassen haben.(-:
Wir sind zurueck in der Zivilisation, Busse, Autos, Kreuzfahrtschiffe und Touristen. Mittendrin die schon oft beschriebenen Schoenheiten Polynesiens. Nach einem Abstecher ins Nachtleben von Papeete, gemeinsam mit Gisela und Holger von “Gammeldansker”, muss Norbert aber leider feststellen das die schoensten Frauen, Maenner sind. Noch Tage spaeter fragt er mich, “Aber die in dem Leopardenkleid, das war doch eine echte Frau!” War er aber nicht, obwohl jede Frau gerne so aussehen wuerde. In der polynesischen Kultur wurden oft kleine Jungen als Maedchen aufgezogen, damit die Mutter Hilfe im Haushalt hat, oder die Jungen nicht in den Krieg ziehen mussten. Diese Maenner/Frauen werden werden auch in der heutigen Gesellschaft voll anerkannt und nur von den Touristen und von uns bestaunt. Und die Schoensten trifft man eben in der Nachtbar. Die nicht so Huebschen auf dem Markt.
Gemeinsam mit Herwig und Monika mieten wir uns ein Auto und machen eine Inselrundfahrt. Alles blueht und nach dem kargen Atollleben, erschlaegt uns die ueppige Blumenpracht. Hier regnet es wieder ausreichend und man braucht nur einen Zweig fallen zulassen, schon waechst er an. In den Bergen koennen wir uns sogar ein Kilo Tomaten leisten. Und am Abend auf der Promenade kann auch ein Segler mal essen gehen. Jeden Nachmittag werden die fahrenden Kuechen aufgebaut , der Wok rausgeholt und los gehts. Fuer 10 Euro ist man dabei. Das Essen ist besser als in manchem Nobelrestaurant.
Aber trotzdem haelt es uns nicht lange in Papeete, es ist fuer unseren Geschmack doch ein bisschen zu europaeischen und touristisch. Ein ueberbuchtes Paradies sozusagen.
Wir segeln rueber nach Mooroa, die Insel ist auf jeder Postkarte Franz. Polynesiens zu sehen. Sie ist wirklich schoen, aber auch touristisch voll erschlossen.
Jetskis jagen ueber die Lagune, direkt neben unserem Boot wird eine Ladung Touristen ueber Bord gekippt, sie sollen mal schoen schnorcheln gehen. Man kann mit Delphinen schwimmen , dafuer muss man nur 100 Euro zahlen und darf sich sich dann mit 20 andereren Leuten um das beste Foto streiten. Wir haben darauf keine Lust und nach nur wenigen Tagen und einer schoenen Wanderung segeln wir weiter nach Huahine.
80sm westlich nur, aber zwischen den Inseln haben sich Wellen aus unterschiedlichen Richtungen aufgebaut, wir wackeln nur so durch die Nacht und sind am Vormittag dann sehr froh in die geschuetzte Lagune einzulaufen. Immer am Aussenriff entlang segeln wir ans oestl. Ende der Lagune und werfen den Anker. Vor uns liegt ein grosses Flachgebiet mit vielen Korallen, dann kommt der Riffguertel. Das Wasser ueber den Sandbaenken wechselt die Farbe je nach Sonnensstand. Wenn wir nicht gerade den Kopf unter Wasser haben um die schoenen Anemonenfische zu beobachten, klettern wir auf den Berg und gucken uns -na was wohl- das Meer und die Lagune von oben an. Von dem Wechselspiel der Farben koennen wir nicht genug bekommen.
Als wir uns mit anderen Seglern an der Hotelbar des nahegelegenen kleinen Hotels treffen, kriegen wir auch eine kostenlose Touristentanzvorfuehrung zu sehen. Obwohl wir Weissen ziemlich steif drumrum stehen und die Blitzlichter der Kameras staendig aufblitzen, haben die einheimischen Jungen und Maedchen trotzdem ihren Spass und tanzen ausgelassen und froehlich.
2 Wochen bleiben wir an diesem schoenen Platz und nachdem wir noch zwei Tage vor dem Hauptort eingeregnet wurden, machen wir uns auf den Weg zur 30sm entfernten Insel Tahaa.
Auch dort ankern wir wieder am Aussenriff und gehen nicht in eine der zahlreichen Buchten. Wir fuehlen uns in den von hohen Felsen umgebenen Ankerplaetzen nicht wohl, irgendwie eingeschlossen. Wir haben lieber einen freien Blick aufs Meer, sehen wir ja sonst nicht so oft(-:
Dort ist man aber nicht mehr sicher wenn der Wind dreht und so muessen wir uns nach einigen Tage dann doch in so ein Bergloch verkriechen, denn es blaest fuer eine Nacht recht heftig.
Weiter gehts nach Bora Bora, auch nur einen Tagestoern entfernt. Da wir erst am spaeten Nachmittag ankommen, gehen wir vor dem dortigen Yachtclub vor Anker. Da es sehr tief ist, sind Mooringbojen ausgelegt, aber leider sind alle besetzt. Wir suchen eine flache Stelle die nur 30m hat und lassen das erstemal auf dieser Reise die gesamten Ankerkette(70m) ausrauschen. Norbert taucht NICHT nach dem Anker, was er normalerweise tut. Hoffentlich kriegen wir das Ding morgen frueh wieder hoch. Es ist noch Zeit fuer einen kurzen Landausflug und um die Waesche mal wieder waschen zu lassen. Da aber einmal Waschen schon 7 Euro kostet, spare ich mir den Trockner. Das muss ich aber mit dem Verlust eines Bettbezuges und diverser Kleidungsstuecke bezahlen. Denn die Fallboen rasen mit 35-40kn den Berg herunter und legen das Boot jedesmal auf die Seite. Da es schon dunkel ist, bemerke ich den Verlust erst zu spaet. Auch im Mondlicht sind keine Waeschegeister, die man noch retten koennte, zu entdecken.
Am naechsten Tag segeln wir halb um Bora Bora herum, die La Gitana hat uns diesen Ankerlatz im Sueden empfohlen. Er ist wirklich wunderschoen, Wasserfarben in allen Blautoenen und ein herrlich weisser Ankergrund erwarten uns. Wir liegen rundherum geschuetzt, vor uns ein Motu, rechts und links das Riff und hinter uns die eindrucksvollen Berge von Bora Bora. Auch wenn der Passat kraeftig weht haben wir keine Welle am Ankerplatz und gemeinsam mit einigen andern Seglern, die wir schon kennen, verbringen wir schoene Tage auf der wohl bekanntesten aller Suedseeinseln. Einheimische treffen wir nicht, sie arbeiten wohl alle in den Hotels auf der Insel.
Der Aufbruch steht bevor, hier trennen sich die Wege der Segler. Einige gehen nach Neuseeland ueber Palmerston, Niue und Tonga, andere ueber Suwarrow, Samoa und Tonga und dann NZ. Wir wollen nach Suwarrow und Samoa und von dort aus in unser Hurrikanschlupfloch zu segeln. Wir haben uns naemlich entschlossen bei diesem Gehetze nicht mitzumachen und wollen die Zyklonensaison auf Kanton, Phoenix Island, Kiribati verbringen. Kanton liegt auf 2 Grad Sued und damit ausserhalb des gefaehrdeten Gebiets. Aber erstmal freuen wir uns noch auf Suwarrow, wo Tom Neale sich seinen Traum vom Leben auf einem Atoll erfuellt hat.
Antje an Bord der “ANTJE” in Bundaberg, Queensland, Australien