5.3. Alvor
Geschichten aus Alvor - Alvor und Umgebung
Alvor war eigentlich nur ein kleiner, unbedeutender Fischerort, aber wie überall an der Algarve, brachte der Tourismus den “Fortschritt”. Nun ist Alvor fest in englischer Touristenhand, es gibt mehr Urlauber als Einheimische. Aber in der Nähe des Hafens geht es immer noch sehr gemütlich zu.
Die alten Fischer sitzen den ganzen Tag am Wasser und beobachten den Trubel um sich herum. Sie putzen ihre Fische am Strand und füttern die Möven mit den Fischresten.
Es ist sehr interessant ihnen dabei zuzusehen, denn so erfahren wir endlich mal, wie man Tintenfisch ausnimmt.
Die Fischer haben sich jeden Tag viel zu erzählen, denn sie schattern unentwegt. Leider ist der algarvianische Dialekt für uns überhaupt nicht zu verstehen. Aber wir werden jedesmal freundlich gegrüßt, wenn wir Wasser holen, und das tun wir oft.
Ansonsten bietet Alvor alles was ein Fahrtensegler braucht, einen Mercado Municipal (Markt, auf dem auch die Bauern der Umgebung Obst und Gemüse verkaufen, Fischmarkt), einen Supermarkt und einige kleine Minimercados. Es gibt ein Internetcafe und eine Bibliothek, in der man kostenlos das Internet nutzen kann. Die Busstation nach Portimao ist ganz in der Nähe, oder man mietet ein Auto bei einer der zahlreichen Autovermietungen. An der Hauptstraße ist ein Gemüseladen, von dem aus man, für wenig Geld in die ganze Welt telefonieren kann. Eine Wäscherei ist auch im Ort, aber 2.60 pro Kilo, war mir dann doch zu teuer. Und dann natürlich jede Menge Souveniershop`s, Restaurants und Cafe`s.
Es ist wirklich angenehm in Alvor, der Ankerplatz ist wunderbar geschützt, man liegt abseits des Touristenrummels in der Lagune vor Anker und hat doch ganz in der Nähe alles was man zum Leben braucht. Keine kilometerlangen Wanderungen zum nächsten Brot, oder zum Wasserhahn.
Jeden Tag müssen wir entscheiden, was wir tun wollen. Wir können mit dem Dinghi zur alten Ruine fahren, um die tolle Aussicht über die Lagune bis zum Meer zu genießen und dann Mandeln und Feigen pflücken. Oder im Pinienwald spazieren gehen.
Oder wir paddeln zur anderen Seite der Lagune, laufen über die Dünen und machen mal einen schönen Strandtag. Das Wasser ist herrlich klar und manchmal sehr kalt. Ein Schritt und schon muß man schwimmen, denn es geht gleich steil hinab.
Oder doch lieber auf der Sandbank wandern und wie nebenbei das Abendessen sammeln und mal wieder gesellschaftliche Kontakte pflegen?
Wirklich schwer, fällt uns die Entscheidung über den Tagesablauf aber nicht, es gibt jeden Tag etwas zu tun. Schon die Aktion einkaufen, nimmt einige Zeit in Anspruch.
Erstmal das Dinghi von den Spielsachen, wie Flossen, Taucherbrille usw., befreien. Dann die Entscheidung, am Schwimmsteg festmachen oder doch den Anker mitnehmen und vorm Fischerstrand anlanden. Wir müssen uns auch stadtfein machen und mal die Badehose gegen vernünftige Klamotten tauschen. Der Müll muß ins Dinghi geladen werden und wir überlegen, ob wir die Wasserkanister mitnehmen um unsere Tank`s zu füllen. Dann darf natürlich nichts vergessen werden. Der Fotoapperat muß mit, Armando wollte noch anrufen, also das Handy nicht vergessen. Ach so, ins Internet wollten wir ja auch noch, also Diskette mit den geschriebenen Mails mitnehmen . Hat die Bibliothek jetzt überhaupt auf? Nehmen wir die Badeschuhe mit oder passt die Tide auch auf dem Rückweg? Sind noch Pfandflaschen abzugeben?
Es dauert meist 30min bis wir loskommen und dann muß auch noch entschieden werden, wie bewegen wir uns vorwärts. Segeln wir an Land, oder wird mal gerudert, Motor an wenn Strom und Wind von vorne kommen? Irgendwann sind wir dann an Land, erledigen unsere Einkäufe, entsorgen den Müll, gehen ins Internet, bunkern Wasser und sind froh, wenn wir wieder gut an Bord angekommen sind. Was für ein Streß in der Stadt!






