maris-navigaris

1.12.2006

11.2. Panamakanal

Abgelegt unter: 019 Panama, Isla Linton und Portobello — admin @ 20:28

Geschichten aus der Karibik

Auf dem Weg zum Panamakanal, Isla Linton und Portobello

Die 60sm zur Isla Linton koennen wir nur zur Haelfte unter Segeln bestreiten, dann laesst uns der Wind im Stich und wir muessen motoren. Norbert faengt einen Fisch und als wir in Linton ankern, gibts mal wieder Fisch, langsam wirds Zeit, das wir ein Steak zu essen bekommen. Und der Einkauf ist dann auch das erste Projekt, was wir von hier aus in Angriff nehmen. Mit einem gemieteten Pickup fahren wir in den Supermarkt nach Sabanitas und verproviantieren uns fuer die naechsten Monate. 900 USD kostet der Spass, dafuer haben wir aber auch 8 grosse Einkaufswagen voll und das Dinghi sinkt fast, als wir alles zum Schiff schaffen. Das Verstauen dauert, bis in die Nacht, danach geniessen wir unser Steak.

Hier am Festland sieht alles ganz anders aus, wir ankern vor einer gruenen Wand. Urwald um uns herum und am Morgen wecken uns die Bruellaffen. Wir hoeren von anderen Seglern, das man einen Ausflug in den Urwald machen kann und nachdem wir mit Miguel, einem Franzosen, der schon lange in Panama lebt, telefoniert haben, entschliessen wir uns zu dieser zweitaegigen Tour. Und es wird wunderschoen, erst gehts mit dem Bus nach Portobello, dort holt uns Miguel ab und wir fahren in die Berge. Wir lassen das Auto stehen und wandern durch den Urwald, Miguel kennt jede Pflanze, jedes Tier und erklaert uns alles. Zum erstenmal sind wir mittendrin in dieser gruenen, feuchten Undurchdringlichkeit. Es ist aufregend, all die Gerueche und Geraeusche. Nach drei Stunden, wir haben mehrere Fluesse durchquert, erreichen wir die Cabanas. Das sind kleine Huetten, die Miguel selbst gebaut hat und wo nun die Gaeste uebernachten koennen. Alles ist einfach, aber praktisch eingerichtet, wir haben eine wunderschoenen Ausblick auf einen Fluss. Wir sind die einzigen Gaeste im Moment und trotzdem stuerzt Miguel sich gleich in die Essensvorbereitungen. Norbert und ich gehen derweil im Fluss schwimmen, liegen in den Haengematten und geniessen, die ungewohnte Umgebung, nix ist blau. Nach dem Mittagessen, gegrillter Fisch, Salat, Obst, faengt es an zu regnen, aber das haelt uns nicht davon ab, nochmal aufzubrechen und in den Wald zu gehen. Jetzt rauscht es laut um uns herum, unten der Fluss, an dem wir entlang wandern, von oben der Regen. Es ist toll, wir fuehlen uns geborgen im Wald. Abends liegen wir dann wieder in den Haengematten, lauschen dem Bruellen der Affen, dem Ruf der Tukane und dem Gesang der Voegel. Auch zum Abendesses werden wir von Miguel kulinarisch verwoehnt und wir sitzen noch lange zusammen und unterhalten uns. Nach der Nacht, in der Norbert immer in Sorge ist, das die Spinne, welche abends unterm Bett sass, zu ihm krabbelt, gehen wir am Morgen nochmal im Fluss baden und nach dem Fruehstueck machen wir uns wieder auf den Weg durch den Wald, zurueck zum Auto. Und dann mit dem Bus nach Linton, wo die “Antje” schon auf uns wartet. Das erstemal seit zweieinhalb Jahren haben wir unser Schiff allein gelassen, aber sie hat es uns nicht krumm genommen und so bleibt uns der Ausflug in den Urwald in guter Erinnerung.

Weiter gehts nach Portobello, es regnet zwei Tage am Stueck und wir nutzen die Zeit, um unseren Spirituskocher umzubauen, damit wir nun auch mit Gas kochen koennen. Portobello hat nicht viel zu bieten, es gibt zwar ein schoenes Museum und ein altes Ford zu besichtigen, aber die Stadt ist unheimlich dreckig. Wir sind zwar schon einiges gewohnt, aber hier ist liegt der Abfall ueberall auf der Strasse und in den schmutziges Chinesenlaeden, beisst mich irgendetwas in die Huefte, ich habe 6 Wochen mit der Entzuendung zu kaempfen.

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