Venezuela
Geschichten aus der Karibik
Mit Maret und Iko auf Blanquilla
Gespannt ob wir unsere Freunde von den Kanaren wieder erkennen, stehen wir am 20.1 auf dem Flughafen und koennen dann wenigstens schon mal Iko in die Arme schliessen. Denn Maret kommt erst drei Tage spaeter, denn ihr ist der Alptraum eines jeden Reisenden passiert. Das ihr Pass nicht mehr gueltig ist, bemerkt sie erst beim Einchecken. Aber wir erfahren per E-MAil, das sie sich nun schon einen vorlaeufigen Pass besorgt hat und am Montag nach kommt. So freuen wir uns schon mal ueber Iko, es gibt viel zu erzaehlen und durch die Verzoegerung haben wir am naechsten Tag dann auch genug Zeit, um zwei neue Fenster zum Oeffnen in den Salon einzubauen, die Iko mitgebracht hat. Haben wir natuerlich nur fuer den Besuch gemacht, damit er besser schlafen kann im Salon.
Am Sonntag beschliessen wir kurzfristig, ein bisschen Strecke zu machen und schon mal nach Juan Griego zu segeln, von dort aus koennen wir Maret auch vom Flughafen abholen und der Weg nach Blanquilla ist dann schon um einiges kuerzer. Gesagt, getan! Aber es wird ein harter Toern, wir muessen kreuzen, denn der Wind kommt genau von vorn. Und was fuer ein Wind, ein Squall jagt den anderen. Regenschauer und ueberkommende See machen uns pitschenass, so lagen wir seit dem Englischen Kanal nicht mehr auf der Backe. Und da wir das anscheinend schon vergessen haben, waren die Seeventile natuerlich nicht geschlossen und in der Kueche kommt das Seewasser den Ausguss hochgekrochen. Als dann noch die Haelfte der Zwiebeln ueber Bord geht, weil sie bei der Lage einfach aus dem Gemuesenetz purzeln, welches unterm Solarpanell haengt, reichts mir, ich lege mich in die Koje und lasse die Jungs da draussen machen. Ist auch mal schoen, wenn ich nicht zu allen Manoevern mit an Deck muss. Durch die Kreuzerei brauchen wir etwas laenger als geplant und kommen so mal wieder im Dunkeln an. Aber auch hier ist es kein Problem, der Anker faellt und bald sitzen wir gemuetlich zusammen im Salon und lassen uns eine Pizza schmecken. Draussen regnet und stuermt es weiter. Hoffentlich ist morgen besseres Wetter, was soll Maret sonst denken.
Am naechsten Morgen scheint dann auch die Sonne und ich habe alles saubergemacht, da kommt die Guarda Costa zu Besuch. Zwei Mann kommen an Bord, um unsere Papiere zu kontrollieren. Gerade hab ich den Fussboden gewischt… Aber ich verkneife mir ein Kommentar, zumal Norbert mit seinem Rasierschaum im Gesicht und nur in Unterhose, auch nicht gerade ueberzeugend, den Kapitaen raushaengen laesst. Die Beamten sind sehr freundlich, unsere Papiere sind in Ordnung und nach einer kurzen Kontrolle verabschieden sie sich wieder. Aber wischen muss ich trotzdem nochmal.
Danach fahren wir mit dem Dinghi an Land, wir muessen Fleisch fuer eine gemeinsame Grillparty mit der “Tanoa”, die schon in Blanquilla auf uns wartet einkaufen und wollen auch unseren fahrtbedingten Zwiebelverlust ausgleichen. Juan Griego ist eine nette, kleine Stadt, die vom Tourismus lebt. So reiht sich dann auch ein Duty Free Shop an den Naechsten, die Jungs versorgen sich mit “gutem” Rum und wir erledigen die anderen Einkaeufe. Zurueck am Strand, laed Iko uns auf ein Bier in das Restaurant ein, an dem wir auch unser Dinghi angeschlossen haben. Das Dinghi ist noch da, aber wir muessen feststellen das die Paddel, die nicht angeschlossen waren, weg sind. Wir sind total sauer, geht es denn nicht mal ohne Aerger. Ich frage den Kellner, den ich vorher extra gebeten hatte ein Auge auf das Dinghi zu haben, auch er scheint unangenehm ueberrascht zu sein. Er kratzt sich ein paar mal am Kopf und geht dann in die Kueche und siehe da, er kommt mit den Paddeln in der Hand zurueck. Die Erklaerung dazu verstehen wir nicht, gehen aber mal davon aus, das jemand die Paddel gesichert hat, damit sie nicht gestohlen werden und bedanken uns. Also irgendwie sind die Leute hier doch komisch.
Am Abend ist es dann soweit, Norbert und Iko fahren zum Flughafen um Maret abzuholen und spaeter sitzten wir endlich vereint zusammen im Restaurant und feiern unser Wiedersehen. Zurueck an Bord, geht es bald in die Kojen, denn Morgen heist es frueh los, auf nach Blanquilla.
Die Fahrt ist mal wieder zum Abgewoehnen, Regenschauer, Sturmboen, wilde See und Seekrankheit. Aber wir kommen an, es ist sogar noch hell und planen gleich fuer den Abend die Grillparty auf der “Tanoa”. Eigentlich wollten wir ja an den Strand, aber es regnet immer noch. Und Iko nimmt seine Gitarre mit, bisher kamen wir noch garnicht dazu uns seine neuen Songs anzuhoeren, aber auch an diesem Abend klappt es nicht, wir haben einfach zu viel zu erzaehlen.
Am naechsten Abend ist es soweit, wir sitzten alle gemeinsam am Strand, die Sonne will grad im Meer versinken und Iko spielt auf der Gitarre und Maret begleitet ihn mit ihrer Mundharmonika. Iko hat viele Songs ueber ihre Karibikreise auf der “Balu” geschrieben und so seine Gefuehle, Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitet. Es ist einfach toll, Iko hat es geschafft, zu beschreiben, wie es sich anfuehlt, so eine Reise zu machen. Auch in uns rufen die Lieder viele Erinnerungen wach, so zb. das Gefuehl, wenn mitten auf dem Atlantik die Sonne untergeht, die Nacht kommt und man ist ganz allein auf dem Meer. Oder man kommt in ein neues, fremdes Land und der erste Mensch den du triffst, heisst dich freundlich willkommen. Oft treibt uns die Erinnerung ein paar Traenen in die Augen.
Auch an den naechsten Tagen, sitzten wir jeden abend im Cockpit zusammen, erzaehlen, Iko und Maret musizieren, oder wir singen gemeinsam. Die Tage verbringen wir mit baden, Schnorchelexpeditionen, Dinghiausfluegen und einfach nur am Strand liegen. Wir feiern Marets Geburtstag, richtig mit Nachmittagstorte und Geburtstagstaendchen, aber bald ist es dann wieder soweit, wir muessen unser Robinsonleben beenden und an die Rueckfahrt denken, denn der Urlaub geht zu Ende.
Wir brechen frueh am Morgen auf und verlassen Blanquilla, eine Insel die uns immer an die beiden Palmen am Strand, die bunten Fische im Wasser und an Maret und Iko erinnern wird. Nach einer Uebernachtung auf Cubaqua, eine Insel in der Naehe von Margarita, fahren wir gemeinsam nach Coche, machen noch einmal einen Strandspaziergang, verbringen einen letzten schoenen Abend mit der Gitarre und dann heisst es mal wieder Abschied nehmen. Traurig bleiben Norbert und ich am Steg zurueck und winken Maret und Iko zu, als sie mit der Faehre zum Flughafen fahren. Wir hatten zusammen eine wunderschoene Zeit und hoffen sehr, das die Beiden uns wieder besuchen kommen.