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1.12.2005

10.4. Karibik

Abgelegt unter: 011 Auf in die Karibik — admin @ 10:35

Geschichten aus der Karibik

Auf in die Karibik

Samstag 22.10.05 Etmal 140sm
Nach 6 Tagen vor Anker auf den Iles du Salut, sind wir gestern morgen Richtung Tobago gestartet. Uns zieht es in klares Wasser, darum haben wir auch Surinam ausgelassen, obwohl es dort sehr schoen sein soll und auch unsere niederl. Freunde von der “Pelikan” dort sind. Aber wir haben die Nase voll von Fluessen, wir wollen klares, blaues Wasser.
Am ersten Tag geht es auf Amwindkurs erstmal ins Tiefe, raus aus den Flachs. Bei ca. 15kn. Wind ging es zuegig voran, jetzt laufen wir wieder vor dem Wind und haben unseren Blister als Spinnaker gesetzt. Ich bin froh, das dies erstmal der letzte laengere Toern ist. In der Karibik kommt man mit Tagestoerns von Bucht zu Bucht. Wollen mal sehen was uns dieser Trip so bringt, hoffentlich wird es so angenehm wie die Fahrt von Lencois nach Franz. Guyana.
Den Tag ueber dallern wir unter Blister langsam dahin. Heute gab es mal keinen Fisch, obwohl Norbert mit beiden Angeln hantiert. Einen Biss hatten wir, wieder ein Marlin der sich losreisst, ein Glueck.

Sonntag 23.10.05 Etmal 127sm
Die Nacht war nicht so toll. Erst nur wenig Wind und keine Stroemung mehr, sodass wir nur noch 3,9kn fahren. Dann nimmt der Wind zu und wir holen den Blister ein. Unter ausgebaumter Genua geht die Wackelei dann erst richtig los. An Schlafen ist nicht zu denken. Um 3 Uhr entschliessen wir uns, den Parasail zu setzten. Die Bewegungen sind jetzt ausgeglichener, aber wer weiss, wielange wir das Segel stehen lassen koennen, denn der Wind ist sehr boeig und manchmal fast zu stark. Ausserdem sind wir nicht mal besonders schnell.
Auch der Tag laeuft bescheiden, bis 12 Uhr koennen wir den Parasail stehen lassen, dann kommt der Wind vorderlicher und wir setzten die Genua. Um 17 Uhr dann eine Hammerboe und um 18.30 Uhr ist ein Gewitter in Anmarsch. Die Nacht kann ja heiter werden.

Montag 24.10.05 Etmal 123sm
Wieder eine schlaflose Nacht, Schauerboen, wenig Wind und Regenschaeuer plagen uns. Wir haben die Nase voll, das Wetter muss doch mal besser werden. Hoffentlich hat die Fahrt bald ein Ende, unsere Stimmung ist unten!!!
Auch den ganzen Tag ueber haben wir mit Boen und Winddrehern zu kaempfen. Segel hoch, Segel runter, Segel hoch… Um 17 Uhr setzten wir die Sturmfock und hoffen so, das wir die Nacht ueber etwas Schlaf bekommen. Ich habe keine Lust und keine Kraft etwas anderes zu machen, aber Norbert schlaegt sich tapfer, er hat sogar ein Brot gebacken.

Dienstag 25.10.05 Etmal 128sm
In der letzten Nacht konnten wir etwas schlafen, denn dank der Sturmfock laeuft unser Schiff auch in den Schauerboen, die zwischen 10min und 2 Stunden dauern, stabil und auch wenn der Wind nachlaesst, laufen wir noch 5kn. Wir setzten unseren Kurs weiter aufs Meer hinaus, denn wir muessen bremsen, damit wir nicht im Dunkeln in Tobago ankommen. Nur noch eine Nacht auf See, ein Ende ist abzusehen!!!
Gegen Mittag setzten wir wieder die Genua, es kommen zwar manchmal noch komische Wolken, aber es scheint nicht mehr soviel Wind drinzustecken.
Trotz Extremangeln hat Norbert auch heute nichts gefangen. Diesmal wird es wohl nichts mit der Fischgrillparty auf der Tanoa. Micha und Sylvia liegen schon vor Anker in Tobago, denn sie sind zwei Tage vor uns gestartet. Wir haben keinen Funkkontakt, aber morgen sehen wir uns ja.

Mittwoch 26.10.05 Etmal 100sm
Um 5 Uhr sind wir nur noch 20sm von Scarbourough, dem Einklarierungshafen von Tobago entfernt. Nachdem in der Nacht nochmal ein Riesenschauer mit 180° Winddrehung ueber uns niedergegangen ist, haben wir seit 3 Uhr den Parasail oben und rauschen auf unsere erste Karibikinsel zu. Die letzten 5sm legen wir unter Motor zurueck und um 9.30 faellt unser Anker in Scarbourough. Da der Ankerplatz sehr klein und mit zwei Booten schon fast ueberfuellt ist, beschliessen wir nur kurz zum Einklarieren zu gehen und dann in die Store Bay, 5sm weiter zu segeln.
An Land stehen wir erstmal wieder voellig orientierungslos rum, es ist laut, heiss und verstehen tun wir garnichts. Man fuehlt sich immer wie ein Ausserirdischer nach einigen Tagen auf See, zumal man ja auch nicht wirklich ausgeschlafen und fit ist. Aber trotzdem bringen wir die Einklarierungsprozedur gut hinter uns, alles klappt und die Beamten sind sogar ganz freundlich. Was man von den Leuten auf der Strasse nicht gerade sagen kann, alle brubbelt vor sich hin, wenn man eine Frage stellt, bekommt man eher unwillig eine Antwort und keiner schaut dich an, wenn er mit dir spricht. Da verstehen wir noch weniger. Haben die alle heisse Kartoffeln im Mund oder was? Na, wir fluechten erstmal aufs Boot, fahren in die Store Bay, schlafen uns aus, morgen sieht die Welt schon wieder anders aus!!!

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