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2.6.2004

Von Rostock nach Daenemark, Limfjord

Abgelegt unter: 001 Von Rostock nach Daenemark, Limfjord — admin @ 14:53

Am 26.05.2004 um 12.30 Uhr hat die Crew der SY “ANTJE” nun endlich die Leinen gelöst und ist
zur ihrer Weltumsegelung gestartet. Die Warnow hat sich dann auch gebührend mit ihren gewohnten Boen von uns verabschiedet. Damit auch ja kein Abschiedsschmerz aufkam, blies der Wind auf der freien See mit 6-7 Bft.aus NW. Norbert und ich hatten damit zu tun die Segel entsprechend zu reffen, die Aries (Selbststeueranlage) aufzubauen und uns an den Seegang zu gewöhnen, so daß erst, als die Krananlage der Kvaernerwerft außer Sichtweite geriet, Wehmut aufkam und jeder für sich selbst versuchte mit dem Abschied fertig zu werden. Aber an diesem ersten Segeltag hatten wir mehr mit Wind und Wetter und unserer “ANTJE” zu tun ,als mit unseren Gedanken. Gegen 24 Uhr liefen wir in den Hafen von Klintholm auf der Insel Moen ein und fielen nach einem heißen Grog dann auch erstmal geschafft in die Kojen. Am nächsten Morgen sah die Welt dann schon wieder besser aus, die Sonne schien und wir starteten zur nächsten Etappe. Hatten wir am Vortag zu viel Wind, so war es jetzt eindeutig zu wenig. Die Kreidefelsen von Moens Klint waren fast 6 Stunden vor uns, denn der Wind lies uns nur dümpeln. Dafür hat Norbert aber unsere erste Fischmahlzeit geliefert, er fing 2 schöne Dorsche. Am Nachmitteag kam dann etwas Wind und wir liefen unter Blister 3-4 kn Richtung Nord. Da am Abend der Wind wieder nachließ, gingen wir vor Stevn`s Klint, auch einem Kreidefelsen vor Anker. Die Nacht war dann doch etwas unruhig, da wir aufgeregterweise stündlich nach dem Anker und unserer Position schauten. Um 7.30 Uhr verließen wir dann auch den Ankerplatz um in den Öresund zu segeln. Am Wind ging es unter Genua und Groß, mit guten 5-6 kn Richtung Kopenhagen. Der Schiffsverkehr war mäßig und so konnten wir ohne Probleme nach Ven, einer schwedischen Insel mitten im Öresund, segeln. Gegen 15 Uhr machten wir im Hafen von Bäckviken fest und starteten auch gleich zu einem Inselrundgang.

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Auf Ven gibt es ein Tycho Brahe Museum, aber ob das die Fahrradausleihstation mit ca. 1000 Fahrräder rechtfertig, konnten wir nicht prüfen, denn das Museum war geschlossen.

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Da aber Pfingsten vor der Tür stand, kamen Massen von Booten in den Hafen und wir waren froh am nächsten Morgen wieder loszusegeln. Wir wollten heute den Öresund verlassen und am Eingang zum Kattegat auf einen günstigen Überfahrtwind warten. Die Suche nach dem geeigneten Absprunghafen war doch schwieriger als gedacht, da anscheinend am Pfingstwochenende die Segelsaison in Dänemark und in Schweden begann. So segelten wir lustig von einem Land zum anderen, ich mußte 3x die Gastlandflagge wechseln, und landeten gegen 18 Uhr im schwedischen Höganäs.

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Der Hafen war gut geschützt und vorallem leer. Am Abend konnten wir das erstemal auf dieser Reise im Cockpit essen. Nach dem Wetterbericht beschlossen wir, am nächsten Morgen zur Überquerung des Kattegat zu starten. Am Sonntag den 30.5. ging es dann um 12 Uhr los. 150 sm lagen vor uns, denn wir wollten gleich bis zum Ankerplatz im Limfjord durchsegeln. Der Schlag begann mit leichten Winden aus NNO und wir liefen erst wieder mit Blister und dann mit Genua und Großsegel in die erste Nacht auf See. Der Wind hielt auch bis ca. 2 Uhr durch, dann ließ er uns erstmal im Stich. Wir beschlossen trotz Dunkelheit wieder den Blister zu setzen, um überhaupt etwas Fahrt zu machen. Als gegen 4 Uhr die Sonne aufging kam auch der Wind zurück.

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Es briste bis auf 5 Bft auf und nach einer Winddrehung liefen wir nun auf einem Vorwindkurs, nur mit der Genua, Richtung Eingang Limfjord. Um 8.30 Uhr haben wir die Einfahrt passiert und damit die ersten 85 sm geschafft. Da die Einfahrt sehr flach ist, hat sich eine ziemliche Welle aufgebaut und so waren wir froh, in den geschützen Limfjord segeln. Hier beginnt nun das Rennen mit hunderten von Schiffen die anscheinend ihren Pfingsturlaub beenden und alle Richtung Alborg segeln. Vor der Brücke in Alborg drängeln sich dann auch alle, wir bleiben etwas zurück und deshalb wird uns die Brücke vor der Nase wieder zu gemacht. Das heißt jetzt eine Stunde warten. Wir machen an der Kaikante fest und ruhen uns aus. Bei der nächsten Öffnung kommen wir dann durch und weiter geht’s. Die Navigation im Fjord ist ziemlich anstrengend, jede Tonne muß ausgemacht und dann abgehakt werden. Als die Sonne am nachmittag dann schon tiefer steht und von vorn kommt ist es soweit. Eine Tonne hat ihr Topzeichen verloren und wird so von uns nicht als Tonne erkannt. 1 Minute später sitzen wir fest. Schnell das Segel runter und per Motor volle Kraft zurück. Nach einigen bangen Minuten schwimmt unsere “ANTJE” wieder. Glücklicherweise gibt es hier fast nur Schlamm und Sand, so daß wir ohne Schaden davonkommen. Ab sofort gucken wir noch aufmerksamer und nehmen auch unser elektronisches Navigationsprogamm zu Hilfe, welches mit dem GPS gekoppelt ist, so daß wir auf der Karte genau sehen können, wo wir sind und in welche Richtung wir fahren. Um 19 Uhr passieren wir die Brücke von Aggersund, hier rufen wir vorher per UKW die Brückenwache, welche dann auch promt die Brücke für uns öffnet. Mittlerweile sind wir allein unterwegs, alle dänischen Segler sind wohl schon in ihren Häfen. Die müssen ja auch morgen wieder arbeiten. Um 23 Uhr haben wir dann endlich die Ankerbucht vor der Insel Fuur erreicht und werden von Tom und Tati schon zu einem leckeren späten Abendessen erwartet. Nachdem wir die ersten Neuigkeiten ausgetauscht haben, fallen wir um 3 Uhr ziemlich geschafft in unsere Kojen. Wir haben in 36 Stunden 150 sm zurückgelegt, alles unter Segeln. Jetzt liegen wir hier seit 2 Tagen in einer schönen Ankerbucht, genießen das schöne Wetter und erholen uns. Morgen wollen wir weiter segeln, um uns in der nächsten Bucht vor dem angesagten Starkwind zu verkriechen. Wir werden die Zeit hier im Limfjord noch genießen bis die richtige Wetterlage kommt um den Englischen Kanal zu durchsegeln. Und dann hört ihr auch wieder von uns.

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