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20.5.2008

Von Samoa nach Tonga

Abgelegt unter: 031 Von Samoa nach Tonga — admin @ 13:28

 

Nach 6 unglaublich heissen Tagen auf See, immer hart am Wind sind wir wieder zurueck in Apia, der Hauptstadt Western Samoas. Da dies unser zweiter Aufenthalt in der neu erbauten Marina ist, kommen wir uns vor wie alte Hasen und lassen die Einklarierungungsprozedur locker ueber uns ergehen.

 

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Auch das die Einwanderungsbehoerde es nicht mehr schafft uns abzufertigen, stoert uns nicht sonderlich, haben wir doch noch unsere Marinapaesse vom letzten Jahr. So koennen wir am Abend ins Restaurant gehen und wir schlagen uns die Baeuche so richtig voll. Unglaublich was fuer einen Jieper wir nach ungesunder, fetttriefender Kost haben, aber besonders geniessen wir den Salat. Wir hoeren garnicht mehr auf zu essen und auch in den folgenden Tagen sieht man uns oft auf dem Markt beim Einkauf von Unmassen Gruenszeug.

 

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 Da wir nun zurueck in der Zivilisation sind, muessen wir auch wieder etwas schaffen. Also fangen wir an einzukaufen, einen neuen Autopiloten zu ordern, unsere kaputten, aber von Norbert wieder zum Leben erweckten Batterien, zu ersetzten, wir bestellen einen neuen Laptop in NZ. Als alle Bestellungen aufgegeben sind, verziehen wir uns aus der wirklich heissen Marina, wo kein Lueftchen geht, nach Mulifanua. Ein geschuetzter Ankerplatz im NW Samoas. Hier geniessen wir Einsamkeit, ruhiges Wasser und einen tollen Blick auf gruenen Urwald. Jeden dtitten Tag faehrt einer von uns mit dem Bus nach Apia und bei der Post und DHL nach Paketen fuer uns zu fahnden. Inswischen durchstreifen wir die naehere Umgebung zu Fuss, immer wieder zieht es uns gruen des Urwaldes, wir saugen es nach 6 Monaten Atoll regelrecht in uns auf. Und wir mieten uns ein Auto und erkunden sie Insel. Es ist sehr schoen und die Menschen sind freundlich, aber irgendwie haben wir keine Energie uns naeher auf die Leute einzulassen. Wir denken immer noch an unsere Freunde in Kanton und wollen hier lieber fuer uns bleiben. Als nach drei Wochen all unsere bestellten Sachen angekommen sind, segeln wir los, Richtung Niuatoputapu/ Tonga und diesmal faellt uns der Abschied leicht.

 

Eigentlich ein einfacher Toern, nur 180sm, also 2 Tage, wenn es langsam laeuft. Aber wie schon einmal vor Samoas Kueste, macht uns die SPCZ einen Strich durch die Rechnung. Kurz nach unsere Abfahrt bemerken wir einen Riss in unser Genua und da der Wind immer weiter nachlaesst, machen wir kurz nach Sonnenuntergang den Motor an, holen das Segel runter und flicken den Riss. Hoert sich einfach an, aber trotz Flaute und Fahrt unter Motor schauckelt “Antje” in der Duenung hin und her und wir versuchen den Flicken an die richtige Stelle zu kleben. Naja irgendwie klappt es und ausserdem ist es dunkel, da macht es auch nichts wenn alles krumm und schief ist. In der Nacht, erreicht uns dann das Gewitter, was wir schon stundenlang am Horizont beobachten konnten. Also nix mit segeln, wir treiben, nun geht der Spass wieder los. Winddrehungen um 360 Grad, von 0 auf 40kn, und Regen, Regen, Regen.

Als am naechsten Tag endlich segelbarer Wind um die 25-30kn ist, setzen wir die Segel und freuen uns grad mal fuenf Minuten, das es laeuft, als ein lauter Knall und wieder aus der trockenen Kabine scheucht. Das Fockfall(die Strippe an der das Frontsegel hochgezogen wird) ist gebrochen und die Fock flattert unkontrolliert am Stag umher. Norbert ist schon ganz blass bei dem Gedanken was nun auf ihn zukommt, er muss in den Mast und ein neues Fall einziehen. Erstmal bergen wir das Segel und versuchen das Boot in den grossen, ungleichmaessigen Wellen zu stabilisieren. Dann klettert Norbert den vierzehn Meter hohen Mast empor, diesmal gesichrt im Bootsmannstuhl. Es kostet uns mehrere Versuche das neue Fall einzuziehen und auch ich muss drei Meter hoch in den Mast um es unten wieder auszufaedeln. Zu Norbert darf ich gar nicht hochsehen, er schwankt an den Mast geklammert hin und her. Endlich gelingt es uns und Norbert kommt leichenblass wieder runter und fuettert erstmal ausgiebig die Fische. Als die satt sind, setzten wir wieder Segel und weiter geht der Hoellenritt. Aber uns interessiert es nicht mehr, wir liegen total erschoepft im Salon herum und gucken hoechstens mal alle 20min raus. Am dritten Tag hat sich die See etwas beruhigt und wir preschen bei stahlendem Sonnenschein voran. Und da es so gut laeuft, schaffen wir es auch noch vor Sonnenuntergang in die Lagune von Niuatoputapu.

 

 

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Hier bleiben wir 3 Wochen, nicht weil es so schoen ist, sondern die SPCZ beschert uns 14 Tage Dauerregen und Starkwind aus der falschen Richtung.

 

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Wir nutzten die Zeit um unser neues GPS einzubauen, kleine Arbeiten im Schiff zu erledigen, Waesche zu waschen, Wasser gibts es ja genug, ich krieg die Waesche nur nie trocken, im Regenwald zu wandern und nix zu machen.

 

 

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Nur am Sonntag scheint die Sonne wie es sich gehoert und wir besuchen den Gottesdienst in der Kirche. Alle Leute sind festlich gekleidet, auch wir in unseren besten Kiribatisachen und es wird gesungen und gebetet.

 

 

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Aber irgendwie ist alles ein bisschen lahmer als in Kanton und wir vermissen unsere Freunde mal wieder.

 

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Auf einer Wanderung durch den Wald, auf die andere Seite der Insel, werde ich von tausend Muecken gestochen und einige Tage spaeter liege ich dann mit Denguefieber flach. Die Symptome sind eindeutig, eine Woche kann ich mich kaum ruehren und habe Fieber, gegen das kaum ein Medikament hilft.

 

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Als das Fieber endlich weg ist und das Wetter sich von seiner besten Seite zeigt, brechen wir auf nach Vavau, eine weitere Inselgruppe in Tonga. Eigentlich wollten wir gleich durch nach Fiji segeln, aber Alison und Simon von der Roxi, haben uns ueberredet sie in Vavau zu treffen und wir freuen uns schon sehr darauf. Und dieser Toern zeigt uns endlich mal wieder wie schoen segeln sein kann. Ich opfere zwar meine letzten Dillgurken wieder den Fischen, aber wir haben eine wunderbare Fahrt durch die Nacht, ohne Segelwechsel und ankern schon am naechsten Tag in Port Maurelle, einer tiefen, glasklaren Bucht.

 

 

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Am naechsten Morgen schwimmen wir zum einladenden Sandstrand und fuehln uns wie in einem Suedseeparadies.

 

 

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Da ich noch immer geschwaecht vom gerade ueberstandenen Denguefieber bin, erledigen wir das Einklarieren und Einkaufen in Neiafu, dem Hauptort von Vavau an nur einem Tag und verziehen uns dann wieder an einsame Ankerplaetze. Wir sind auf der Suche nach dem perfekten Platz um unser Wiedersehen mit Alison und Simon zu feiern.

 

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In Kenutu, am Aussenriff finden wir ihn und als unsere Freunde eintreffen, geniessen wir gemeinsam Abenteuer-Inselleben.

 

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Wir durchstreifen den Urwald, werden fast von einem Wildschwein ueberrannt, was natuerlich sofort Jagtinstinkte bei Simon und Norbert ausloest, fischen von den Klippen aus, wandern uebers Riff, sammeln Muscheln a la Alvor am Strand, Kiten, kochen, essen und sitzen naechtelang zusammen.

 

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Norbert und ich koennen endlich jemandem unsere Kantongeschichten erzaehlen und Alison und Simon berichten von ihrer Zeit in Neuseeland.

 

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 Nach 14 wunderbaren Tagen wird das Wetter schlechter und wir verziehen uns wieder nach Port Maurelle. Wir verbringen noch einige schoene Tage mit Alison und Simon, gehen mit ihnen auf Roxi einfach nur zum Spass( machen wir ja sonst nicht) segeln und beobachten die Buckelwale, die in den Gewaesser rund um Tonga ihre Jungen aufziehen.

 

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Dann heisst es Abschied nehmen und es faellt uns wieder sehr schwer. Roxi will weiter nach Samoa und wir nach Fiji, so ist es leider immer, man verbringt eine schoene Zeit mit guten Freunden und dann trennen sich die Wege wieder. Aber wer weiss, es hat ja schon einmal mit einem Wiedersehen geklappt. Wir segeln gemeinsam aus der Bucht, Roxi nach Norden und wir nach Westen, Richtung Suva, Fiji.

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