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19.9.2007

Samoa

Abgelegt unter: 028 Samoa — admin @ 17:19

Western Samoa Oktober 2007

Die 500sm nach Apia, Western Samoa sind der reinste Horrortrip. Denn wir geraten in den Einfluss der SPCZ, das ist soetwas wie die Doldrum rund um den Aequator. Nur schwabbert die SPCZ hoch und runter, hin und her und sie laesst sich nicht vorhersagen.

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Es bedeutet, Wind von 0 auf 40kn, innerhalb von Minuten, Winddrehungen um 360 Grad. Dazu Gewitter mit Wolkenbruechen. Wir haben solch einen Regen noch nie erlebt, es schuettet wirklich wie aus Eimern. Dazu unangenehme 40 Grad Celcius und 90% Luftfeuchtigkeit im Boot. An Segeln ist nicht zu denken. Nachdem wir uns muehsam auf Spritreichweite an Samoa herangearbeitet haben, setzten wir nur die Sturmfock und fahren unter Motor. Wir sind von den letzten 2 Tagen total geschafft, 24 Segelwechsel in 24 Stunden. Jetzt schnurrt der Motor, die Luken sind dicht, wir haben genug Energie um die dicken, schwarzen Monsterwolken auf dem Radar zu verfogen. Sogar auf dem Bildschirm sieht es gruselig aus. Zum Duschen setzen wir uns immer mal wieder ins Cockpit.

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Dann liegt Apia im Morgengrauen vor uns, die dicken Wolken haengen jetzt dort ueber den Bergen. Wir machen in der Marina fest, Ankern ist hier nicht mehr erwuenscht. Aber die Preise sind bezahlbar und wir geniessen den unbekannten Luxux einfach mal von Bord steigen zu koennen, Wasser aus dem Hahn und Strom aus der Wand.

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Apia ist die Hauptstadt von Western Samoa und muss sich in den letzten Jahren rapide gewandelt haben. Nichts mehr zu sehen von den staubigen Wegen, denn Wellblechhuetten und den Hinterhauslaeden, die es noch vor wenigen Jahren gegeben haben soll. Eine moderne Stadt, neue Gebaeude, breite Strassen inmitten einer ueppigen Natur. Naja regnen tut es hier ja wahrlich genug.
Wir machen uns ans Einkaufen, jeder Supermarkt(es gibt 2), jeder kleine Laden wird von uns gepluendert. Wir muessen uns mir Vorraeten fuer ein halbes Jahr eindecken und auch die Wunschliste der Bewohner von Kanton ist nicht gerade kurz und einfach abzuarbeiten. Seit Suwarow stehen wir mit Kanton ueber Kurzwelle in Verbindung und haben angeboten, einige Sachen mitzubringen. Das Angebot wird dankbar angenommen und so uebermittelt uns Riino, der Funker der Insel seine Wunschliste. Aber Babywalker, Scrabblespiel, Tauchlampen und Fischspeere wollen erstmal besorgt werden. Jeden Tag durchstoebere ich die Stadt und wir schleppen neben Saecken mit Mehl, Zwiebeln, Milchpulver noch tausend andere Dinge an Bord. Ein Problem ist  das Schwein, jeder Samoaner hat zwar ein paar dicke, fette, schwarze Schweine in seinem Garten, aber zu kaufen gibt es nichts. Die Schweine werden nur zu besondern Gelegenheiten wie Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen geschlachtet. Wir fragen ueberall umher und schliesslich erbarmt sich John, der Taxifahren und besorgt von seiner Tante aus den Bergen ein kleines Schweinchen und verdonnert seine Soehne auch gleich dazu, es fuer uns zu schlachten. So laufen wir dann eines Morgens mit einen geflochtenen Korb aus Palmenblaettern voller Schweineteilchen zurueck zur Marina und machen uns ans Wurstmachen. Die Jungs von der Marina gucken immer schon komisch, wenn wir wieder etwas anschleppen.
Wir werden von Johns Familie zum Sonntagslunch eingeladen. Bei unserem Besuch lernen wir die unglaubliche Gastfreundschaft der Samoaner kennen, nicht nur das wir eingeladen wurden, wir bekommen auch noch Gastgeschenke. Gluecklicherweise koennen wir uns revanchieren, mit selbstgemachter Leberwurst und selbstgebackenem Brot.

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Unter den Einheimischen entbrennen heisse Diskussionen um die Wahl der Miss Samoa, wir koennen uns dem nicht entziehen und gehen zur Entausscheidung! Das waere uns in DL nie eingefallen, aber hier ist es wirklich ein Spass. Schwergewichtige Schoenheiten fuehren die zuechtige Bademode vor, oder praesentieren sich im traditionellen Bastrock. Das Puplikum gibt persoenlichen Favoriten lauthals Unterstuetzung und die anderen werden ausgebuht. Wir amuesieren uns koestlich, halten aber nicht ganz bis zum Ende durch. Kein Problem, die Entscheidung wird in der kommenden Woche von jedem aussreichend kommentiert, so dass auch wir erfahren, wer gewonnen hat.

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Ein wenig aengstlich beobachten wir das Wetter und verfolgen die SPCZ auf dem Satellitenbild. Als sie uns weit genug entfernt scheint und unser Boot unter der Zuladung fast sinkt, brechen wir auf. Noch 600sm bis zu unserem Winterdomizil Kanton. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf ein halbes Jahr Segelpause.

Antje an Bord der “ANTJE” in Bundaberg, Queensland, Australien

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