maris-navigaris

1.3.2007

13. Galapagos

Abgelegt unter: 021 Galapagos — admin @ 21:20

Nach 9 Tagen und ca. 900sm erreichen wir am Morgen unseren ersten Ankerplatz auf den Galapagosinseln. Die Segeltage waren anstrengend, wir hatten viele Flauten und dann wenig Wind von vorn, sodass uns der Strom immer wieder nach NW versetzt hat und wir nur langsam vorankamen. Bei den Flauten sah das Meer wie fluessiges
Silber aus, in Aequatornaehe kein Lufthauch, wir sehen viele Meeresschildkroeten, die genauso langsam dahintreiben wie wir. Am 21.3 um 13 Uhr ueberqueren wir zum drittenmal den Aequator, diesmal bei 88°W. Aber auch auf der Suedhalbkugel kein Wind, die letzten 80sm muessen wir motoren, sonst wuerden wir an den Galapagos
vorbeitreiben. Auf dem Weg zur Hobbsbay in San Christobal begleiten uns 2 grosse Mantas und auf den Felsen tummeln sich die Seehunde. San Cristobal sieht aus wie eine Mondlandschaft, kaum Vegetation, nur kahle Vulkanberge, wirklich wie ein verwunschene Insel. An Land koennen wir hier nicht gehen, denn alle Inseln sind Naturschutzgebiet und duerfen nicht, ausserhalb der Orte, betreten werden. 2 Tage bleiben wir in der Hobbsbay, dann segeln wir zum Hauptort, denn wir brauchen
Benzin und wollen auch Obst und Gemuese, fuer die Weiterreise zu den Gambierinseln, einkaufen. In der uebervollen Wreckbay faellt der Anker und wir fahren gleich mit dem Wassertaxi zum Steg. Hier ist alles voll mit Seehunden, sie liegen auf dem Steg, unter Bruecken, auf kleinen Fischerbooten, es stink ziemlich doll. In der Stadt erledigen wir unsere Einkaeufe, koennen uns aber nicht sehr fuer diesen touristischen
Ort begeistern und nach nur 3 Stunden sind wir wieder an Bord und gehen ankerauf, um weiter zur Isla Isabella zu segeln. In Isabella geht es noch nicht ganz so touristisch zu, am Ankerplatz liegen nur drei
andere Yachten und wir fuehlen uns hier wohler. Wir machen einen Ausflug zum Vulkan, frueh am Morgen geht es per Taxi in die Berge, dort erwartet uns schon unser Fuehrer mit den Pferden. Ob das wohl gut geht, es ist bestimmt 5 Jahre her, das wir das letztemal auf einem Pferd sassen. Aber die Pferde sind untalentierte Reiter gewohnt und ausserdem ist der Aufstieg durch die Sierra Negra, ein relativ neues Lavafeld,
auch fuer sie anstrengend. Ca. 2,5 Stunden reiten wir, erst ist es noch relativ gruen, dann wird die Landschaft immer karger und am Fuss des Vulkans dann nur noch schwarzen Lavagestein. Die Pferde duerfen sich hier ausruhen und wir muessen den Vulkan allein erklimmen. Weitere 2 Stunden klettern wir ueber das schillernde Schwarz, anhand der unterschiedlichen Schattierungen kann man das Alter der Lavaschichten erkennen, das letzte Mal ist der Vulkan 2002 ausgebrochen und er ist immer noch aktiv. Unser Fuehrer macht uns auf Hoehlen aufmerksam, aus denen es qualmt und zischt und die noch heisser sind als das restliche Gestein. Und es ist wirklich heiss, die Sonne knallt auf die schwarze Lava und unsere Fussohlen werden fast gegrillt. Als wir oben sind und in den Vulkankegel hineinsehen koennen, ist der merkwuerdigerweise an einer Seite gruen bewachsen, mit einer Art Farn. Kondenswasser
troepfelt an den Waenden herunter und so kann hier etwas wachsen. Wir machen uns an den Abstieg und nach einer kurzen Rast im Schatten eines Baumes, gehts auf dem Pferderuecken wieder zurueck zum Basislager. Die letzten Kilometer sind ziemlich anstrengend, Norbert faellt fast vom Pferd und auch mir tun alle Knochen weh. Waehrend der Rueckfahrt im Taxi werden wir nochmal kraeftig durchgeschuettelt und als wir dann am Abend wieder an Bord sind, koennen wir uns kaum noch bewegen. So ein Seglerbein kann eben nichts mehr ab. Da der Muskelkater am naechsten Tag erst so richtig schlimm ist, beschliessen wir, heute
nicht auszulaufen und unternehmen daher am Nachmittag noch einen Ausflug zur Schildkroetenaufzuchtstation. Ganz gepflegt zu Fuss, durch ebenes Gelaende. In der Schildkroetenstation bekommen wir dann die Galapagosschildkroeten in allen Altersstufen zu sehen, der aelteste Vertreter soll ueber 100 Jahre alt sein und die juengsten sind gerade erst im Brutkasten geschluepft. Im angrenzenden Museum erfahren wir, das vorbeireisende Segelschiffe (schon vor langer, langer Zeit) fast alle Schildkroeten ausgerottet haben, indem sie massenweise Frischfleisch an Bord ihrer Schiffe geladen haben, um auf der endlosen Reise nach Westen, nicht zu verhungern. Ausserdem haben sie Ratten eingeschleppt, die dann auch noch die Schildkroeteneier aufgefressen haben.Aber da die Segler, ja im Laden einkaufen koennen und gluecklicherweise nicht mehr auf Schildkroetenfleisch angewiesen sind, gibt es jetzt auf den Galapagos soviele Schildkroeten, wie nie zuvor. Und da jeder Tourist 100 USD Naturschutzgebuehr bezahlen muss, werden es wohl immer mehr.
Und so leben die Schildkroeten eigentlich recht gut mit Vollpension, in ihren ’schoenen’ Gefaengnissen und werden, wenn sie nicht an Langerweile sterben, 150 Jahre alt. Wieder zurueck an Bord, bereiten wir alles fuer unseren naechsten Toern, den laengsten unserer bisherigen
Reise, vor. Morgen wollen wir aufbrechen, 3000 sm bis zu den Gambierinseln liegen vor uns.

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