11.4. Panamalkanalpassage
Geschichten aus der Karibik
In Colon und die Panamakanalpassage
Colon sieht es auch nicht besser aus, dafuer gibt es hier dann auch noch Probleme mit der Sicherheit. Der Ankerplatz auf den Flats im Hafen von Christobal ist zwar sicher, auch das Dinghi wird im Panama Canal Yacht Club fuer 2 USD pro Tag bewacht, aber sobald man den Yachtclub verlaesst, muss man ein Taxi benutzen. Die beiden Hauptstrassen in der Stadt sind auch noch ok, aber eben nicht der Weg dorthin. Nun ja, das kennen wir ja schon aus Venezuela und wir halten uns dran. Mit Stanley, einem Agenten, erledigen wir die Vorbereitungen fuer die Kanalpassage. Der Vermesser kommt an Bord, er fuellt ca. 30 Formulare aus, Kaept. Norbert braucht nur zu unterschreiben und wir bekommen unseren Termin fuer die Passage, am 27.10. werden wir die Karibik verlassen. Vorher haben wir hier aber noch viel zu erledigen. Wir fahren mit dem Bus nach Panama City und bringen unser Kurzwellenradio zu Reparatur.
In Colon gibt es einen Markt, auf dem wir Fleisch fuer die Wurstherstellung und zum Einkochen kaufen und uns dann fuer zwei Tage in die Kueche zurueckziehen. Jetzt ist auch dieses Vorratsschapp wieder gut gefuellt.
Nach nur zwei Tagen bekommen wir den ersehnten Anruf, unser Radio ist wieder in Ordnung. Also fahren wir nach PC und holen das Radio ab, ausserdem besorgen wir noch einige Teile fuer den neuen Gasherd und einen teuren Dichtungssatz fuer den Motorvergaser. Wir sind froh alles erledigt zu haben und fahren zurueck nach Colon und dann passiert. Auf dem Rueckweg mit dem Dinghi zum Boot, Norbert hat den Rucksack mit allen Sachen extra auf dem Ruecken behalten, denn das Dinghi ist nass, oeffnet sich der Reissverschluss und bevor wir merken was los ist, faellt alles, aber auch alles ins Wasser. Das reparierte Radio, der Dichtungssatz, die Teile fuer den Herd, das Steak, der gute Kaese und unser Brot.
Norbert versucht zu tauchen, mit einer geborgten Flasche, die er vorher noch reparieren muss, aber als er nach dem 4. Versuch hoch kommt und ihm das Blut aus der Nase laeuft, verbiete ich ihm weiter zu machen. Es ist sowieso sinnlos, die Sicht betraegt 50cm und der Boden ist mit einer 3m dicken Schlammschicht bedeckt. Selbst wenn er das Radio gefunden haette, es haette sicherlich nicht mehr funktioniert.
Wir sind total fertig, das ist der schwaerzeste Augenblick unser bisherigen Reise. Man versucht immer alles richtig zu machen, kein Risiko einzugehen, vorauszuplanen und dann reicht eine Minute und 600 Euro sind weg.
Nach einer schrecklichen Nacht, telefonieren wir mit der Firma die unser versunkenes Radio repariert hat und wir haben Glueck, sie haben ein gebrauchtes Kurzwellengeraet da und wir fahren wieder nach PC. Nach vielem Hin und Her haben wir das Radio, sind um 450USD aermer und machen uns auf den Rueckweg. Wir bringen alles heil zum Boot und Norbert installiert gleich das Radio und es funktioniert. Aber so richtig koennen wir uns nicht freuen, immer haben wir das Bild vor Augen, wie nur noch die leeren Plastiktueten auf der Wasseroberflaeche treiben.
Der Schreck weicht nur langsam, aber dann rueckt die Kanalpassage naeher und wir bekommen die 10 Autoreifen, die als Fender dienen und die 4 Leinen a` 40m von Stanley geliefert. Ein letzter Besuch auf dem Markt um frisches Obst und Gemuese zu bunkern und dann holen wir am Freitag den 27.10 unsere Leinenleute ab, machen alles Kanalklar und warten aufgeregt auf den Pilot. Unsere Leinenleute sind Bill und Maureen aus Australien und Paul aus der Schweiz. Um 17 Uhr kommt der Pilot an Bord und dann muss alles ganz schnell gehen. In der Gatunschleuse angekommen machen wir an einem amerikanischen Katamaran fest und mehr haben wir dann nicht zu tun. Denn der Kat geht laengseits an ein Passagierschiff, welches dann die ganze Leinenarbeit in den Schleusen macht und unser Paeckchen mitnimmt. So koennen wir dann alles genau beobachten und als die Schleusentore sich schliessen, stroemt das Wasser ein und wir werden hochgehoben. Alles geht unheimlich schnell, noch ein letzter Blick uebers Tor in die Karibik, dann gehts weiter in die naechsten beiden Schleusen und um 20 Uhr sind wir schon an einer Mooring im Gatunsee. Hier bleiben wir ueber Nacht, nach einem lecker Abendessen sitzten wir noch lange zusammen im Cockpit beim Wein. Norbert wagt ein Bad im See, es ist Suesswasser hier, aber es gibt auch Krokodile, sodass wir anderen uns mit einer Eimerdusche begnuegen.
Als um 6 Uhr der neue Pilot an Bord kommt, regnet es wie aus Eimern und waehrend wir alle gemuetlich im Salon beim Fruehstueck sitzten, steuert Norbert uns zur Perdo Miguelschleuse, 20sm weiter. Die Landschaft ist toll hier, aber durch den Regen kann man nicht allzuviel sehen. Mittags klart es auf und wir fahren in die Schleuse. Diesmal sind wir drei Yachten im Paeckchen, der Kat in der Mitte und wir haben die Backbordleinen zu bedienen. Jetzt gehts bergab, Maureen und Paul sind vorne, Bill und ich hinten. Es klappt alles gut, nur das Aufstoppen aller drei Yachten gleichzeitig, ist immer etwas aufregend. Um 14 Uhr liegt dann auch die Mirafloresschleuse hinter uns und wir habens geschafft.
Wir sind im Pazifik, ein Huerde , die immer ein bisschen gefuerchtet vor uns lag, ist ueberwunden. Ein neuer Ozean erwartet uns!!!
Wir stossen auf die erfolgreiche Passage mit unsern Leinenleuten an, bedanken uns bei ihnen fuer die Hilfe und die tolle Arbeit, die alle geleistet haben, setzten sie in Balboa ab und fahren dann um die Ecke und ankern fuer zwei Naechte vor der Flamencomarina.
Wir wollen gleich weiter auf die Las Perlas Insel und den Schrecken Colon hinter uns lassen. Dort werden wir Weihnachten feiern, meine Mutti erwarten, die uns im Januar besuchen kommt, danach noch den Rio Sabanas in Darien bereisen, bevor wir uns Ende Maerz auf den Weg nach Galapagos machen.
Aber erstmal wuenschen wir euch allen ein schoenes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffen sehr, das wir euch die Winterabende mit unserem Bericht und den Bildern ein wenig verkuerzen koennen. Ich verspreche diesmal lieber nicht, die Berichte oefter zu aktualisieren, irgendwie schaffe ich es doch nie, also seit nicht boese, wenn es wieder laenger dauert.