Im Limfjord
Zwischenbericht aus dem dänischen Limfjord vom 23.06.2004
Was machen wir eigentlich die ganze Zeit im Limfjord. Tja,
wir warten mal wieder. Und zwar auf ein Wetterfenster um die Reise in den englischen Kanal anzutreten. Und damit euch das Warten nicht zulang wird, hier einige Auszüge aus unserem Logbuch.
Dienstag 1.6.2004
Norbi und ich haben nach unser Ankunft in Fuur herrlich ausgeschlafen und um 10 Uhr lockt uns strahlender Sonneschein aus den Kojen und wir genießen erstmal die schöne Landschaft um uns herum. Gegen 11 kommt unser Wassertaxi mit Tom und Tati, nachdem wir wieder unendlich geschwatz haben, fahren wir mit dem Schlauchboot zum Hafen.Norbert und ich wollen duschen, Wäsche wird gewaschen und wir nutzen ausgiebig das Internet welches man im Touristenbüro kostenlos nutzen kann. Danach versuchen wir an Land eine windgeschützte Ecke zu finden um zu grillen, da es aber doch zu kalt ist, kochen wir auf der “ANTJE” und sitzen dann wieder bis 1 Uhr mit Tom und Tati zusammen, trinken fleißig Wein und erzählen.
Mittwoch 2.6.2004
Heute wieder Sonnenschein, aber kühler Wind aus Ost. Nach dem Frühstück lassen Tati und ich uns an Land bringen und gehen erstmal gepflegt E-Mailen. Danch machen wir einen ausgedehnten Landspaziergang. Norbert und Tom versuchen vom Beiboot aus ihr Anglerglück, aber wie schon von uns Mädels vermutet hat ihnen eine hungrige Robbe alle Fische abgeluchst. Aber wir haben ja vorsorglich Fleisch zum Grillen besorgt und nachdem wir noch einem dänischen Segler, der festsaß und Maschinenausfall hatte, mehr schlecht als recht, geholfen haben (4 Bergebier gab`S trotzdem), raucht endlich der Grill und wir lassen es uns schmecken.
Donnerstag 3.6.2004
Heute müssen wir schon um 8 Uhr aufstehen, denn um 10 Uhr ist Ankerauf angesagt. Wir nehmen Kurs auf Nykobing. Nachdem wir im Hafen festgemacht haben, starten wir gemeinsam zur Einkaufstour. Wir wollen uns einen Memorystick kaufen um unsere Reiseberichte für die Homepage schon an Bord schreiben zu können, aber leider bekommen wir keinen. In der Bibliothek nochmal E-Mails schreiben, Lebensmittel einkaufen und im Hafen Wasser bunkern. Um 15 Uhr legen wir wieder ab und nehmen Kurs auf die Harre Vig, um einen geschützen Ankerplatz, für den angesagten starkwind, anzulaufen. Es läuft super, unter Großsegel und Fock kreuzen wir in die Bucht, nachdem wir uns durch die enge Einfahrt gehangelt haben, fällt um 17.30 Uhr auf der “Breakpoint” und auf der “Antje”. Norbert und ich machen unser Schlauchboot klar und holen Tom Und Tati ab. Und da wir so schön in Übung sind, grillen wir heute gleich nochmal am Strand. Später machen wir noch ein schönes Lagefeuer und erst als dicke Regenwolken aufziehen, gehts zurück an Bord.
Dienstag 8.6.2004
Nachdem wir 4 Tage in der Harre Vig geankert haben, starten wir heute zur nächsten Bucht. Wir haben die Ankertage genutz, um noch einige Arbeiten am Schiff zu erledigen. Norbert hat die Kabeldurchführungen am Mastfuß erneuert und das Toplicht wieder zum Strahlen gebracht. Ich habe den Bergesack des Blister nachgenäht und die Lattentasche an unserer Fock genäht. Wir haben die umliegenden Ufer mit unserem Dinghi erkundet, immer gut gegessen, mit “Breakpoint” DVD`s geguckt und uns erholt. Im Tambosund spekulieren wir auf die Möglichkeit zu duschen. Aber erstmal segeln wir mit der “Breakpoint” hart am Wind um die Wette. Nachdem der Anker im Tambosund gefallen ist, brechen wir voll beladen mit Schmutzwäsche auf, zum 3km entfernten Hafen von Jegindö. Unsere lahmen Beine sind dann auch total geschafft, als wir um 22 Uhr endlich auf der “ANTJE” den Hochzeitstag von Tom und Tati und den Geburtstag von Tom, bei einem gemütlichen Abendessen, feiern.
Mittwoch 9.6.2004
4.30 Uhr, schnell aufstehen und die Wäsche abnehmen, denn es fängt aus einen knallroten Himmel an zu regnen. Gegen Mittag ist die Wäsche dann trotz bewölktem Himmel trocken und Tom, Tati und ich starten per Beiboot zum Campingplatz, um von dort aus, nach Hvidbjerg zu wandern. Nachdem wir die ersten 2km im strömenden Regen zurück gelegt haben, erbarmt sich ein alter Mann und nimmt uns mit dem Auto mit, bis ins Stadtzentrum. Nachdem Einkauf suchen wir die Bibliothek, um mal wieder ins Internet zu kommen. Netterweise dürfen wir dann in der Grundschule, jeder an einem PC, unsere Mail abrufen und auch beantworten. Das wäre sicherlich in Deutschland nicht so einfach und unkompliziert möglich. Zurüch an Bord, naß bis auf die Haut, aber nicht vom Regen, sondern von Tom`s Schlauchbootfahrkünsten, bewundere ich Norbi`S Arbeit. Er ist an Bord geblieben, um eine Abdeckung für die Kabeldurchführung am Mast zu bauen. Es ist wieder perfekt gelungen. Da es heftig anfängt zu regnen, bleiben Norbert und ich an Bord und machen uns einen gemütlichen DVD-Abend.
Donnerstag 10.6.2004
Da der Wind auf SO gedreht hat, verlegen wir uns einmal um die Insel herum. Das heißt wir segeln unter Genua zum nun geschützen Hafen von Jedindö, um südlich des Hafen zu Ankern. Nach Kaffee und Kuchen (von Tom selbstgebacken, aus angeschimmelten Eiern, was man aber weder schmeckt, noch am nächsten Tag merkt) fahren wir nochmal per Dinghi in den Hafen, denn wir haben mal wieder rausgefunden, welche Dusche kostenlos warmes Wasser spendet, so daß wir alle ausführlich duschen können.
Sonnabend 12.6.2004
Da wir ja Optimisten sind, segeln wir heute weiter in Richtung Ausgang Nordsee (Thyborön). Wir wollen in die Bucht von Lemvig, von der es dann nur noch 5sm zur Nordsee sind. Wir begeben uns also in die Startlöcher. Wir kreuzen die 17sm bis in die Bucht und bei mal schönem Wetter und guten 5 Windstärken, macht der Segeltag uns richtig Spaß. Gegen 20 uhr fällt dann wieder der Anker.
Donnerstag 17.6.2004
Nachdem wir am Sonntag einen langen Landspaziergang gemacht haben, fahren wir Montag mit den Schlauchbooten in die Lemvig Marina um von dort aus in die Stadt zu laufen. Die Altstadt von Lemvig ist richtig gemütlich und auch eine Bibliothek mit Internet gibt es. Nach einem ausführlichen Einkaufsbummel, geht es schwer bepackt zurück zur Marina. Und als wir am Ankerplatz angekommen sind, frischt der Wind auf und es fängt an zu blasen. Das tut es dann auch bis Mittwoch Nacht, in Stärken von 7-9 Bft aus NW. Aber es hat wenigsten nicht geregnet. Wir geben noch Ankerkette nach und schützen unser Kettenfangseil mit einem Schlauch vor dem Durchscheuern. Unser Anker hat sich mal wieder bewährt, trotzdem schlafen wir die beiden Sturmnächte nicht so toll. Heute hat der Wind nachgelassen, aber dafür regnet es nun den ganzen Tag. Die Temperaturen sind langsam aber sicher immer weiter gesunken und momentan haben wir nur 12°C. Trotzdem raffen wir uns auf und fahren im kompletten Ölzeug in die Marina zum Duschen. Das tut nach einer Woche auch not. Den Rest des Tages verkriechen wir uns, in Wolldecken gehüllt, im Salon und lesen.
Sonntag 20.6.2004
Wir haben es Freitag geschafft, uns mal wieder die Beine bei einem Landspaziergang zu vertreten und abends an einem geschützten Platz zu grillen. Am Sonnabend haben Tom und Tatjana über E-Mail von der Wetterberatung von Intermar, die Info bekommen, das für sie ein Wetterfenster ab Montag, besteht. Die beiden wollen ja über die Nordsee nach Schottland, um von dort aus, durch den Kaledonischen Kanal, nach Irland zu segeln. So fahren wir dann am Samstag mit der “Breakpoint” in den Hafen um Einzukaufen und Wasser zu bunkern. Tom und Norbert packen das Dinghi der “Breakpoint” ein, vestauen den Aussenborder im Schiff. Tati und ich sind für die Benzinbeschaffung und den Einkauf zuständig. Als wir abends völlig durchgefroren wieder am Ankerplatz ankommen, macht sich doch schon Abschiedsstimmung breit. Sonntag nachmittag gehen Tom und Tati dann auch wirklich Ankerauf, obwohl es mal wieder mit 6 Bft. aus SW weht. Sw-Wind nutz uns überhaupt nicht, müssen wir doch genau 230° in den Englischen Kanal steuern. Norbert und ich machen einen ausgedehnten Spaziergang an Land und sehen, wie die “Breakpoint” durch den ThyborönKanal auf die offene See segelt. Wir sind beide etwas deprimiert, weil wir noch immer hier festhängen und unsere Freunde unterwegs sind. Aber wir machen uns auch bißchen Sorgen um die beiden, denn es hat weiter aufgebrist und die See ist auch aufgewühlt. Zurück auf der “ANTJE” unterhalten wir uns über UKW mit der “Breakpoint” und Tom und Tati sagen auch, das sehr unangenehmer Seegang herrscht und der Wind jetzt mit 7 Bft. weht. Als Norbert und ich beim Abendessen sitzen, es gibt Königsberger Klopse (ich habe auch noch 4 Gläser eingekocht), kommt ein ukw Ruf von der “Breakpoint” und die beiden fragen, ob ihr Ankerplatz neben uns noch frei ist. Tom und Tati haben gewendet und kommen wieder zurück. Nachdem beide die Fische gefüttert haben und total durchgefroren sind, hat sie der Mut verlassen und sie haben beschlossen umzukehren. Um 22 Uhr liegen wir dann wieder, wie gehabt, nebeneinander in der Lemvigbucht.
Mittwoch 23.6.2004
Montag haben wir mal wieder gemeinsam einen Schlauchbootausflug in die Stadt gemacht. Abends wurde uns von der Intermar Wetterberatung die Illusion auf einen baldigen Aufbruch genommen. Vor dem 3.7. ist mit keiner wesentlichen Wetterbesserung zu rechnen. Das Problem ist, das Norbi und ich eine beständige Wetterlage brauchen, da wir ca. 7 Tage für die Fahrt durch den Kanal nach Falmouth rechnen. Und diese Wetterlage ist eben z.ZT. nicht in Sicht. Ein Tief jagt das andere, es ist fast immer Starkwind aus veschiedenen Richtungen angesagt. Und weil für Mittwoch 7-8 Bft. aus Ost angesagt sind, verlegen wir uns am Dienstag nachmittag tiefer in die Bucht hinein. Hier sind wir gut geschützt, auch vor den für Freitag angesagten 8-9 Bft. aus NW.
So und jetzt fahren wir gleich mit dem Dinghi in die Stadt, gehen mal wieder in die Bibliothek und schicken diesen Bericht ab, damit ihr auf dem Laufenden bleibt. Uns geht es trotz der widrigen Wetterverhältnisse gut, wir machen das beste aus der Zeit, Norbert war heute schon unterwegs um sich Arbeit zu suchen, und sind eigentlich nur froh, das das hier nicht unser Urlaub ist.



