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Huon Riff
2.10.2008 von admin.
Huon Riff Oktober 2008
Lelepa verschwindet am Horizont und wir sind auf dem Weg zum Huon Riff, welches zu Neu Kaledonien gehoert. Huon ist ein unbewohntes Atoll, eigentlich nur ein kleiner Sandberg umgeben von einem Riff, welches aber nach Westen hin voellig offen ist. Am ersten Tag ist gemuetliches segeln mit unserem Parasail angesagt, dann dreht der Wind auf S und wir haben einen angenehmen Halbwindkus. Aber eigentlich war ja klar das es nicht so friedlich weitergeht. Als wir uns Huon naehern nimmt der Wind zu und wir muessen die ganze Nacht am Riff entlang kreuzen. Zwar in der Wellenabdeckung, aber bei 35kn ist das auch kein Spass. Es ist stockfinster, der Wind heult in den Wanten. Nur auf auf der elektronischen Seekarte ist ein roter Strich zu sehen, den wir als imaginaere Grenze betrachten, aber ob das stimmt? Naja es scheint zu stimmen, denn als es hell wird, koennen wir das Riff erkennen. Als wir zum Ankerplatz abbiegen dreht der Wind mit, war ja klar und wir muessen weiter kreuzen. Also ehrlich, der Pazifik schenkt uns nichts.
Obwohl es nur noch 5sm sind, brauchen wir 4 Stunden um endlich anzukommen. Der Himmel ist bewoelkt und so schleichen wir umher um eine passende Sandstelle fuer den Anker zu finden. Ploetzlich taucht wie aus dem Nichts ein grosser Korallenblock vor uns auf- denke ich- schreie Zurueck, Zurueck. Und dann sehen wir es beide, der Korallenblock entpuppt sich als zwei Schildkroeten uebereinander, die sich im Wasser paaren. Dabei werden sie von drei anderen beobachtet, ob die noch lernen? Als der Anker dann endlich faellt, sitzen wir erstmal Stunden auf dem Vordeck und beobachten das rege Liebesleben um uns herum. Nur der eisig kalte Wind und der bedeckte Himmel halten Norbert davon ab, mit den Schildkroeten zu schwimmen.
4 Tage blaest es aus vollen Rohren, aber wir liegen gut geschuetzt hinter der kleinen Sandinsel. Zwar wird jeder Landgang eine nasse Angelegenheit, aber die bruetenden Seevoegel, die Schildkroeten am Strand beim Sonnenbaden oder bei der Eianlage, die schoenen Nautilusschnecken, die ueberall herumliegen, machen alles wieder wett. Wir wandern stundenlang auf diesem kleinen Stueckchen Land umher und es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Einmal liegen wir 3 Stunden in einer Sandkuhle und warten das die Schildkroete, die hier schon seit einer Ewigkeit buddelt, ihre Eier ablegt. Aber nix da, als das zweite Loch fuers uns fertig aussieht, hoert sie auf und sucht nach einer neuen Stelle zum buddeln. Wir geben auf, es wird schon dunkel und wir sind mittlerweile voellig durch gefroren.
Als sich das Wetter bessert, erkunden wir das Riff. Entweder zu Fuss, in jedem Wasserloch gibt es etwas zu entdecken oder wir schnorcheln in den Korallengaerten umher. So schoene Korallen haben wir schon lange nicht mehr gesehen und auch die bunte Vielfalt der Fische laesst uns staunen. Nach einigen Tagen ist wieder eine Winddrehung nach Sueden angesagt und so segeln wir durch die Lagune um einen geschuetzten Platz zu finden. Unsere Seekarte verspricht uns am Suedende der Lagune drei kleine Insel, aber als wir nach der aufregenden zick zack Fahrt ankommen, ist von den drei Inseln nichts mehr zu sehen. Nur das Riff erstreckt sich so weit das Auge reicht und wir beschliessen zu unserem alten Ankerplatz zurueck zu segeln. Ploetzlich sind wir in einem Schwarm von Seevoegeln und dann sehen wir auch warum. Das Wasser um uns herum brodelt, Gelbflossen Thunfische springen nur so aus dem Wasser und jagen. Das gab es noch nie, Thunfische innerhalb der Lagune.
Norbert macht natuerlich sofort die Angel klar und nach nur zwei Minuten ist ein kapitaler Brocken am Haken. Und da das Essen fuer vier Tage bedeutet, bleibt die Angel danach an Bord. Aber wir segeln noch eine weitere Stunde inmitten des Schwarms, umgeben von den Voegeln die auch reichlich Beute machen.
Wieder zurueck auf unser kleinen Insel, haben wir noch einige wunderschoene Sonnentage mit Schildkroeten gucken, baden, schorcheln, angeln und Lobstersuchen, bevor der Wind dreht und es ungemuetlich wird. Nach einer unruhigen Nacht brechen wir auf, um weiter zum naechsten Riff zu segeln. Wir sind mit drei Wochen mal wieder am laengsten gebleiben. Vier Yachten waren zwischendurch mal da, zwei Tage und dann ging es weiter. Wir koennten es noch laenger in diesem wunderschoenen Naturparadies aushalten, machen uns aber Sorgen das der Wind auf West drehen koennte und dann ist es echt gefaehrlich hier. Also weiter geht’s nach Chesterfield.
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